Es ist etwas Besonderes, unterwegs viel Zeit zu haben. Sich die Zeit nehmen zu können, gemütlich die Umgebung vom Fahrradsattel oder aus dem Nahverkehrszugs zu betrachten und in eigenem Tempo von Ort zu Ort zu fahren. Auf dieser Tour startete ich in Sola und fuhr Richtung Süden nach Egersund. Ich besuchte Ølberg, Bore, Bryne, Nærbø, Obrestad und Ogna. Im Folgenden findest du alle Tipps und Empfehlungen für eine Tour, die gut für die Umwelt, deine Fitness und deine Reisetagebuch ist.
Die Küste Jærens in 1 - 2 - 3 Tagen
Begleite den norwegischen TV-Star Arne Hjeltnes auf einer Fahrrad- und Zugfahrt durch Jærens langgezogenes Abenteuerland an der Kante Norwegens.
- Sola→
- Bore→
- Nærbø→
- Obrestad→
- Ogna→
- Egersund→
- Ogna→
Sola → Bore →
Tag 1: Softeis, Surfen und recycelte Hotels
Ein Großteil der Tour basiert auf der Jærruta - einer 14 Kilometer langen Radroute auf landschaftlich reizvollen Straßen in offener Landschaft, die von Sola im Norden nach Egersund im Süden führt. Von der Küste bis zum hügeligen Høg-Jæren ist es ein Katzensprung, so dass du deine Tour je nach Terrain und Landschaft individuell gestalten kannst.
Am Ausgangspunkt in Sola befindet sich das historische Sola Strand Hotel, das seit 1914 Unterkunft, gutes Essen und Ruhe bietet. Von hier aus ist es nur ein kurzes Stück mit dem Fahrrad bis zum ersten Stopp, der nur wenige Meter vom Sandstrand und den salzigen Wellen entfernt liegt und sich ideal für eine Vesperpause anbietet: Der beliebte Ølberg-Kiosk verkauft das angeblich beste Softeis der Region und „Ølbergfranske“ (Pommes frites).
Jæren ist bekannt für seine fantastischen Sandstrände, die sich über siebzig Kilometer erstrecken. Außerdem gibt es hier einige der besten Surfspots des Landes! In Boretunet werden sowohl Surfkurse als auch Surftrips organisiert. Und - auch wenn du nicht gerade der beste Surfer der Welt sind, kannst du trotzdem wie einer leben! Die Unterkünfte in Boretunet bestehen aus Containern, die schon mehrere Leben hinter sich haben. Zuerst beherbergten sie Arbeiter auf einer schwimmenden Bohrinsel, dann wurden sie vom Architekturbüro Helen&Hard für die Gemeinde Stavanger zu Wohnungen umgebaut, und jetzt dienen sie als Hostel und Ferienwohnungen hier in Bore.
An einem großen Strand wie Bore gibt es natürlich jede Menge Platz, um sein Fahrrad abzustellen. Zudem ist es möglich, dein Elektroauto bei Boretunet aufzuladen.
Nærbø → Obrestad →
Kunst und Unterkunft in einem Leuchtturm!
In einer Glasbläserei in Nærbø stellen Line Mingar und Benjamin Walker handgefertigte, einzigartige Ornamente und andere schöne Glasprodukte her. MingarWalker bietet auch Erlebnisse an, bei denen die Besucher die Glasbläserei ausprobieren und mehr darüber erfahren können.
Im alten Pfarrhaus von Hå ist der Pfarrer ausgezogen und die Häuser sind nun mit spannender Kunst und Ausstellungen gefüllt. Hier treffen Zeit- und Kulturgeschichte aufeinander, und gleich darunter befinden sich ein alter Friedhof und der sogenannte Königsweg. Im Café kannst du eine leckere lokale Mahlzeit und eine Tasse Kaffee genießen.
Leuchtturmurlaub ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, und in Jæren ist der Leuchtturm von Obrestad aus dem Jahr 1873 eine gute Alternative. Dies ist der Leuchtturm auf dem norwegischen Festland, der am weitesten westlich liegt. Neben dem Leuchtturmmuseum gibt es geschmackvoll und modern eingerichtete Ferienhäuser, die das ganze Jahr über Unterkunft bieten - und alles wird vom alten Pfarrhaus Hå betrieben. Übrigens, kannst du die „Surfing Lady“ des Straßenkünstlers Pøbel finden? Das Werk ist auf ein kleines Gebäude unten am Strand gemalt.
Weitere Übernachtungsmöglichkeiten in der Gegend sind der Leuchtturm Kvassheim (betrieben von Jæren Friluftsråd), das Hotell Jæren und das Bryne Kro & Hotel.
Ein Abstecher lohnt sich:
Der Künstler Pøbel ist für seine überraschenden und nachdenklich stimmenden Werke in der Region bekannt, und jetzt kannst du zwölf seiner Werke entlang der Küste Jærens erleben - von Stavanger im Norden bis Vigrestad im Süden. Ganz einfach deine eigene Pøbel-Safari. Besuche unbedingt das Orre Friluftshus, wo Vollmondkonzerte und Themenausstellungen über die Natur und das Leben in der Natur organisiert werden.
Ogna → Egersund → Ogna →
Charmantes Stadtleben, frisches Meer, Kultur und Baumkronenhütten
Neben Fahrrädern sind auch Züge ein hervorragendes Transportmittel, um diese Landschaft zu erkunden. Die Lokalbahn Jærbanen verkehrt zwischen Stavanger und Egersund, die gesamte Strecke kann in etwas mehr als einer Stunde zurückgelegt werden. Du kannst auch ein 24-Stunden-Ticket kaufen, mit dem du nach Lust und Laune ein- und aussteigen kannst.
Egersund ist eines der am besten erhaltenen Holzstädtchen Norwegens, mit viel Charakter, Geschichte und Charme. Im Grand Hotell Egersund findest du das entspannte Restaurant Eigra Kjøkken & Bar, das von kleinen Gerichten bis hin zu 5-Gänge-Menüs alles bietet. Leckeres Essen, das den Tag erhellt - oder die Stimmung für eine Party mit guten Freunden. Du kannst einen Ausflug zur lustigen Ikone Trollpikken im Magma UNESCO Global Geopark machen, und vieles mehr. In Egersund gibt es auch eine schwimmende Sauna im Hafenbecken, mit eigenem Kaltwasserbecken im Freien. Frisch!
Das vielseitige Kulturzentrum Ogna Scene hat seit seiner Eröffnung vor mehr als zwanzig Jahren schon viele Konzerte veranstaltet. Die Bühne befindet sich in den gemütlichen Retro-Räumlichkeiten von Grønefed Kulturtun, und neben Konzerten wird hier alles von Vorträgen und Quizrunden bis zu Geschichtsabenden und Flohmärkten organisiert. Die Veranstaltungen findest du im Kulturkalender.
Eine ungewöhnliche Unterkunft findest du bei Trekronå in Ogna. Um die Natur zu schützen, stehen die Hütten auf Pfählen zwischen den Bäumen - und 4-5 Meter über dem Boden schläfst du bequem ein und wachst mit Vogelgezwitscher und dem Rauschen des Baches auf.
Magst du lieber in einem historischen Hotel übernachten? Dann empfehle ich das Grand Hotell Egersund, das eine Atmosphäre aus den 1870er Jahren versprüht - allerdings mit hochmodernen Zimmern und Einrichtungen.